Mitsubishi – Die Geschichte der drei Diamanten


Yataro Iwasaki war für die Entwicklung Japans in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts eine der wichtigsten Persönlichkeiten. Mit seinem visionären Pioniergeist und der Zielstrebigkeit eines Samurais legte er den Grundstein zum heutigen Mischkonzern Mitsubishi.


Der Firmengründer des Mitsubishi-Konzerns zählt zweifelsohne zu den Persönlichkeiten, welche die Entwicklung der japanischen Wirtschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert wesentlich vorantrieben. Er wurde in einem Dorf an der Pazifikküste 1834 als Sohn eines verarmten Samurais geboren. Schon als junger Mensch verspürte Yataro Iwasaki den Drang, dem Elend der Landbevölkerung zu entrinnen. Er scheute auch die schwerste körperliche Arbeit nicht, um ein Studium an der Universität von Tokio finanzieren zu können.

Mit dem Sturz der Clan-Herrschaft der Schogune und der Machtübernahme der Meji-Regierung wurde der Feudalherrschaft 1871 ein Ende gesetzt und der Grundstein zur Industrialisierung gelegt. Das Jahr der wirtschaftlichen Wende Japans bedeutete auch für Yataro Iwasaki eine neue Ära. Er gründete ein eigenes Handelsunternehmen mit dem Namen Tsukumo Shokai, dessen Grundlage drei Schiffe bildeten. Enge Kontakte zur Meji-Regierung brachten ihm Aufträge, vor allem bei Truppen- und Waffentransporten. Als Dank für seine Staatstreue erhielt er 1874 dressig Schiffe. Schon nach wenigen Jahren beherrschte die Mitsukawa Co. – wie sich der Unternehmenszweig seit 1872 nannte – die gesamte Seefahrt Japans. Yataro Iwasakis Ehrgeiz kannte keine Grenzen. Mit Hilfe seiner Gesellschafter gelang es ihm, auch in anderen Geschäftsbereichen Fuss zu fassen: durch Bergbau, Schiffsbau, Bankwesen, Versicherungen und Lagerhäuser stieg das Unternehmen unaufhaltsam zu einem der grössten japanischen Konzerne auf.

Dabei verlor Yataro Iwasaki trotz harter Zeiten und vieler Rückschläge die ehrgeizigen Ziele eines Samurais – das Wohl des Staates und der Bevölkerung – nie aus den Augen. Um seine Ziele zu erreichen stellte er höchste Anforderungen auch an sich selbst und setzte bis heute gültige Richtlinien für seine Erben, die das Unternehmen Mitsubishi zu einem der weltweit führenden Konzerne entwickelten.

Mitsubishi – Ein neuer Konzern entsteht

Nach dem Tod von Yataro Iwasaki setzte sein jüngerer Bruder Yanosuke Iwasaki die Präsidentschaft mit gleichem Eifer und Geschick fort. Unter dem Namen Mitsubishi Company verlagerte er das Geschäft immer mehr in die Bereiche Berg- und Schiffsbau. Während seiner Amtszeit wurde Japans erstes Schiff mit Stahlrumpf konstruiert. Sein Nachfolger, Hisaya Iwasaki, setzte auf die Entwicklung neuer Technologien, die es ermöglichten, dass 1898 das damals weltgrösste Dampfschiff, die Hitachi Maru, bei Mitsubishi vom Stapel lief.

Die zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzende Demokratisierung Japans hatte auch ein-schneidende Umstrukturierungen bei der Mitsubishi Company zur Folge. Mitsubishi wurde eine «Goshi Kaisha», eine Art GmbH. Der Erfolg und die Expansion des Unternehmens wurden davon jedoch nicht gebremst. Ne-ben Schiff- und Maschinenbau zählten zur Jahrhundertwende Banken, Versicherungen, eine Schule der Handelsmarine, die Kirin-Brauerei sowie zahllose Gold-, Silber- und Eisenminen zum Unternehmen, das inzwischen zu den einflussreichsten Industrie-Kartellen (Zaibatsus) gehörte.

1916 übernahm Koyata Iwasaki, der Sohn von Yanosuke Iwasaki die Firmenführung und brachte abermals frischen Wind ins Unternehmen. Beeindruckt von den europäischen Verkehrssystemen begann der Cambridge-Absolvent unter dem Namen Mitsubishi Heavy Industries den Schwerindustriebereich aufzubauen. Die Produktion des ersten japanischen Eisenbahnwagons brachte dem Unternehmen weitere lukrative Staatsaufträge und liess Mit-tel in die Kasse fliessen, die der innovative Unternehmer zur Weiterentwicklung des Portefeuilles nutzte.

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts waren Automobile in Japan selten anzutreffen. Da sich die Fortbewegung auf dem schlecht ausgebauten Strassennetz beschwerlich gestaltete, eroberten die ersten amerikanischen und europäischen Importe eroberten die Insel nur schleppend. Dennoch liess Koyata Iwasaki 1917 ein Auto nach europäischem Muster bauen. Zuverlässigkeit und vor allem Sparsamkeit standen bei der Entwicklung im Vordergrund. Obwohl nur wenige Exemplare des Model A gebaut wurden, stellte es die Weichen für eine Zukunft in der Automobilindustrie in Japan.
Bereits ein Jahr später kam der erste Mitsubishi Lieferwagen, der T-1, auf den Markt. Ein Viertönner mit 30 PS. Da die aufblühende japanische Industrie zuverlässige Transportfahrzeuge benötigte, entwickelte sich dieses Modell zu einem regelrechten Verkaufsschlager.

Zwei Jahre später liefert Mitsubishi unter der Bezeichnung C-10-C die erste japanische Dampflokomotive aus und eröffnet 1928 den ersten Windkanal. Im gleichen Jahr bricht der Konzern zu neuen Ufern auf und präsentiert mit der achtsitzigen MC-1 das erste Passagier-Flugzeug.

1931 baut Mitsubishi den ersten japanischen Dieselmotor mit Direkteinspritzung. In der Folge wurde auch noch der Markt der Reisebusse erschlossen. Eine eigentliche Sensation brachte die Marke 1936 auf die Strasse. Der PX-33 war nicht nur der erste Personenwagen mit Dieselmotor sondern auch der erste 4x4 der Welt. So wurde Mitsubishi, bis 1945 stets unter Leitung der Familie Iwasaki, zu einem Unternehmenskonglomerat von über 200 Gesellschaften mit Geschäftsfelder in Bankwesen, Handel und Immobilienwirtschaft. In den ersten Nachkriegsjahren wurde der Mitsubishi Konzern in mehrere voneinander unabhängige Unternehmen aufgeteilt. Mitsubishi Heavy Industries motorisierte das Land mit dem dreirädrigen Transporter Mizushima und einem optisch ausgewöhnlichen Roller, dem Silver Pigeon.

 

  • Ab 1952 entwickelt sich Thailand zum ersten bedeutenden Exportmarkt. Es dauert noch weitere sieben Jahre bis die Automobil-Produktion wieder aufgenommen wird. Aufbauend auf dem kleinen aber dennoch familientauglichen A10/500 entwickelte sich eine wahre Erfolgsgeschichte.
  • 1964 wurden wesentliche Unternehmensteile, die auch heute noch den Kern des Konzerns bilden, wieder in Mitsubishi Heavy Industries zusammengeführt. Die Automobilproduktion wurde 1970 in die Mitsubishi Motors Coporation ausgelagert.

  • Zu Beginn der 1990er Jahre entstand das Joint-Venture Shin Caterpillar Mitsubishi, welcher u.a. Baufahrzeuge für den japanischen Markt entwickelt und vertreibt.

  • 2005 verschmolzen die jeweils selbständigen Unternehmen Mitsubishi Chemical Corporation und Mitsubishi Pharma Corporation zum Unternehmen Mitsubishi Chemical Holdings Corporation.

  • Im Jahre 2008 wurde Mitsubishi Aircraft Corporation gegründet. Die Firma konzentriert sich die Entwicklung und Konstruktion eines regional Jets. Bereits sieben Jahre später fand der Erstflug dieses Mittelstrecken Jets statt.

  • 2012 beschlossen Mitsubishi Heavy Industries (MHI) und Hitachi, ihr Wärmekraftwerksgeschäft zusammenzulegen.

  • Zum heutigen Mitsubishi Mischkonzern gehören Unternehmen wie die Bank of Tokyo-Mitsubishi Ltd., Nikon, Mitsubishi Heavy Industries, Mitsubishi Electric, Mitsubishi Air Craft Corporation, Nippon Yusen Kaisha, Mitsubishi Chemical Holdings, Shin Caterpillar Mitsubishi oder Asahi Glass Co.

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